Hof-Post im März



Liebe Freundinnen und Freunde des hofs,

schon seit Wochen sammele ich in meinem Kopf die Bausteine für die März-hofpost. Ich hatte mir vorgenommen, von den frühlingsaktiven Maulwürfen zu erzählen. Diese Unmengen an frischen Hügeln auf den Wiesen sind nämlich die Hochzeitsgänge dieser samtfelligen Grabemeister, habe ich gelernt. Auf der Suche nach einer Partnerin schnüffeln und schaufeln sie sich durch den Untergrund. Ich habe gerade auch so einen Spezialisten im Garten, es stört schon mächtig meine Ästhetik, aber der Gedanke an seine Vorhaben stimmt mich milde.
Überhaupt Frühling: Riesenthema! Singende Amseln auf den Dachfirsten, plötzlich alles voll mit Schneeglöckchen, fette Hummeln, es ist umwerfend schön. Unsere reisefreudigen niederländischen NachbarInnen haben so etwas Beneidenswertes, das man Krokusferien nennt, eine Pausenwoche im Vorfrühling, habe ich gerade auch, eine super Idee!

Und dann hatte ich überlegt, unbedingt nochmal auf die anstehenden Kommunalwahlen hinzuweisen. Mit diesem meterlangen Wahlzettel und den diversen bunten Umschlägen klarzukommen, braucht einen ruhigen Moment. Und ich bin froh um die Briefwahl, diese Tapete möchte ich nicht in so einer engen Wahlkabine ausrollen. Aber sei´s drum, Demokratie ist vielleicht manchmal anstrengend, aber ein hohes Gut, um dessen Erhalt wir kämpfen müssen. Zur Ergänzung noch mein liebster Faschingswitz, ausgeliehen aus der Kölner „Stunksitzung“, Dialog zwischen zwei Damen im Café:
Annemie: „Bah, guck mal, Lisbeth, die Serviette hat einen Fleck, ich glaub, ich wähl´ die AfD.“
Lisbeth: „Annemie, so viele Flecken kann die Serviette gar nicht haben, dass Du die AfD wählst.“

Ja, und dann wurden meine friedlichen Gedanken überrollt von der Aggression und dem Chaos des Weltgeschehens und ich habe den Eindruck, durchaus einflussreichere Menschen als ich haben keine Ahnung, wie das zu stoppen ist. Derzeit fällt mir dazu nur ein: im Kleinen weiterhin sinnvoll arbeiten, sich für Demokratie einsetzen, die Kinder stärken, gute Orte schaffen und für den Frieden in der Welt beten.
Kommen Sie mal wieder ins Hofcafé – der Außenplatz ist einfach zu schön im Sonnenschein – und sehen den Narzissen beim Aufblühen zu.

Oder wenn Sie Unterstützung bei einem Formular oder Antrag benötigen oder jemand kennen, der vielleicht Hilfe braucht, wir haben unsere Sozialberatung im Al Karama verstärken können. Neben Frau Rached gibt es auch einige Beratungsstunden des Frankfurter Arbeitslosen Zentrums, kostenfrei, kompetent und vertraulich (Kontaktdaten auf der Seite der Bildungsstätte).
Und wenn Sie Anliegen haben zur Frühförderung, können Sie montags am Vormittag ins Al Karama kommen, da finden Sie Christian Forss, Mitarbeiter vom Haus des Kindes, als kompetenten Ansprechpartner zu Entwicklungsfragen in der frühen Kindheit.
Auch unser pädagogisches Telefon haben wir wieder eingerichtet, immer mittwochmittags können Sie dort Monika Schreil erreichen und sich zu pädagogischen Fragen kostenlos beraten lassen, die Nummer gibt es auch auf unserer Homepage.
Vielleicht ist so die ein oder andere drängende Frage zu klären.

Ansonsten sortieren mich immer wieder die Gedanken aus der Philosophie der Freiheit von Rudolf Steiner, wie: „Die Elemente zur Erklärung der Wirklichkeit sind den beiden Sphären: dem Wahrnehmen und dem Denken zu entnehmen.“ Also: reingehen in die Welt, beobachten, informieren und immer prüfen und selber denken. Sagt auch Hannah Arendt so, selber denken und sich seine Meinung bilden, nix einfach so übernehmen, auch wenn es laut vorgetragen wird.

Ich wünsche Ihnen viel Freude an dieser wunderbaren Jahreszeit, allen Muslimen einen friedlichen Ramadan und den Menschen in den Kriegsgebieten Schutz und Kraft und wir hören uns hoffentlich wieder im April.

Mit den besten Grüßen vom hof
Susanne Beckey