„Der hof ist ein Multiplikator“

Daniel Ette ist ein junger Coach, der mit seinem Unternehmen „Denkwende“ Organisationen auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit berät. Im März war er auch bei uns am hof zu einem Workshop zu Gast.

Herr Ette, was treibt Sie selbst mit Ihrem Unternehmen „Denkwende“ in Sachen Nachhaltigkeit und Klimaschutz an?
Ich komme aus dem klassischen Wirtschaftsleben, habe ein Studium in Nachhaltigkeitsmanagement gemacht und wollte dann nicht mehr konventionell arbeiten, sondern einer wirklich sinnvollen Tätigkeit nachgehen. So kam ich auf die nachhaltige Unternehmensentwicklung. Deshalb habe ich die Denkwende gegründet, um Unternehmen und Organisationen auf dem Weg zu begleiten, nachhaltig zu werden. Wir beraten und begleiten rund um das Thema ökonomische und gesellschaftliche Nachhaltigkeit.

Geht es Ihrer Erfahrung nach bei den ratsuchenden Organisationen mehr um technische Änderungen, beispielsweise wie reduzieren wir unsere Emissionen, oder um Änderungen der Einstellung?
Es geht eigentlich immer um beides. Wenn uns eine Einrichtung anspricht mit der Frage, nachhaltiger zu werden, dann muss das mehr sein als nur das Interesse, nun auch mal einen Nachhaltigkeitsbericht haben zu wollen. Im Gespräch kommen wir dann sehr schnell zu den nicht-technischen Fragen: Welche Vision haben Sie? Was ist der Sinn dessen, was Sie tun? Darauf aufbauend geht es dann auch an die technischen Fragen wie die nach mehr Energieeffizienz. Wir verstehen unser Tun als langfristige Begleitung statt als kurzfristige Beratung, es kann aber auch zunächst nur ein begrenzter Workshop sein, wie es beim hof der Fall war.

Wenn sich ein größeres Wirtschaftsunternehmen ambitionierte Nachhaltigkeitsziele setzt, dann können da zum Beispiel beträchtliche Mengen CO2 eingespart werden. Wie sieht das aber bei einer relativ kleinen Bildungseinrichtung wie dem hof aus, wo ja keine Waren produziert werden?
Ganz klar, die Klimakrise wird durch einige wenige große Branchen und weltweite Betriebe angefacht, und die würden durch eine Verhaltensänderung schon einen Unterschied machen. Gleichzeitig muss heute wirkliche jede und jeder seinen Beitrag leisten. Und da sehe ich das Potenzial einer Einrichtung wie dem hof vor allem darin, ein starker Multiplikator zu sein.

Also ein Ort, wo eine wichtige Botschaft vervielfältigt wird?
Ja, denn es geht bei Ihnen am hof nicht so sehr darum, was Sie weltweit beitragen zur ökologischen Wasseraufarbeitung oder zur Energieeinsparung, sondern vor allem darum: Was repräsentieren Sie an Werten nach außen? Was geben Sie den Eltern mit, die ihre Kinder bringen und abholen? Was zeigen Sie offen oder unterschwellig, was Ihnen wichtig ist für die Zukunft? Weil da eine große Chance liegt, sehr viele Menschen zu erreichen, die wiederum gemeinsam viel bewegen können, arbeite ich so gerne mit Einrichtungen wie dem hof zusammen.

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