Hof-Post im Mai

Hof-Post im Mai

Liebe Freundinnen und Freunde des hofs,

der Mai kann so zauberhaft sein, alles voller Flieder und Apfelblüten und nistenden Vögeln. Dazu vorgestern noch einige vergnügte Trupps mit Bollerwagen, passendem Inhalt und wärmenden Funktionsjacken und auch die ein oder andere noch etwas verschämte Tanzveranstaltung, geht ja wohl wieder. Das Leben keimt ganz langsam und probiert sich aus. Wenn nicht andere dramatische Sorgen über uns lägen, könnte man anfangen, ein bisschen zu schwelgen.
Es gibt immer auch Erfreuliches: die junge ukrainische Mutter, die mit ihren beiden kleinen Jungs im hof gewohnt hat, konnte nach Wien übersiedeln und hat dort Arbeit, Wohnung und Betreuungsplatz für ihre Kinder gefunden.

Die Moschee gegenüber vom Al Karama hat den ganzen Ramadan hindurch Spenden gesammelt und täglich über hundert wunderbare Essen gekocht und kostenlos verteilt, „Iftar to go“. Abends ab halb acht zog sich eine Schlange von Menschen durch das Kleine Zentrum, Familien, ältere Menschen, Muslime und Nicht-Muslime, alle, die es brauchten, waren eingeladen, ein feines Mahl mitzunehmen, appetitlich in Tüten verpackt. Die Armut in der Nordweststadt (und sicher auch anderswo) ist durch die Pandemie merklich größer geworden. Gerne würden wir dieses Angebot einmal pro Woche gemeinsam mit den Menschen aus der Moschee weiterführen und suchen dafür SpenderInnen, die bereit wären, wöchentlich einen Obolus dazuzugeben. Gerne bei mir melden.

Mit Spannung schauen wir zu dem großen Bauvorhaben Schilasmühle, das bis zum Sommer fertiggestellt sein will. Zwei Naturkindergartengruppen und eine Hortgruppe der Gaukler wollen nach den Sommerferien dort starten. Die Pandemiezeit ist nun wirklich keine tolle Zeit für ambitionierte Fertigstellung bei eng geschnürtem Kostenrahmen, da braucht es gerade gute Nerven. Aber wir freuen uns alle sehr, wie aus dieser alten Mühle nach und nach ein wunderbarer Ort für Groß und Klein entsteht.

Auch wenn es erst Anfang Juni losgeht, möchte ich heute schon auf einen besonderen Kurs aufmerksam machen. Am 2. und am 9. Juni kommt Christiane Pfitzenmaier, eine der Gründerinnen der hof-Wiegestube, nach Niederursel. Ihr besonderes Anliegen sind die zarten Handgestenspiele von Wilma Ellersiek, Gesten und Sprachmelodien in Reimen, kleinen Geschichten und Berührungsspielen. Gerade in der frühen Kindheit, in der die Sprache des Kindes sich bildet, können die Handgesten die Entwicklung unterstützen und sind eine Freude für Eltern, ErzieherInnen und besonders für die Kinder.
Am Vormittag von 10:30 bis 11:30 freuen wir uns auf Frau Pfitzenmaier zu Gast im Offenen Familiencafé. An den beiden Nachmittagen, jeweils von 15:30 bis 17:00 Uhr, gibt sie eine vertiefte Fortbildung zu den Handgesten mit Übeinheiten für Eltern und Fachkräfte.

Im Namen der hof-Mitarbeiterinnen und hof-Mitarbeiter wünsche ich Ihnen einen blütenreichen Mai, mögen die Eisheiligen uns nicht zu sehr die Füße verkühlen, die Verantwortlichen dieser Welt jedoch einen ebensolchen Kopf bewahren.

Susanne Beckey

P.S. Hier noch ein wunderbarer Kanon zum Wonnemonat:

„Maienwind am Abend sacht, lässt die Blätter wehen. Lieblich duftend in der Nacht Fliederbüsche stehen. Apfelblüten dicht an dicht, schimmern weiß im Mondenlicht, weiß im Mondenlicht.“